Freitag, 15. März 2013

Zerstört der Titel "Bierkönigin" eine gesunde Freundschaft?

Bitte hier für Eva Maria Karl voten: http://www.bayrisch-bier.de/bayerische-bierkoenigin/wer-soll-bayerische-bierkoenigin-werden/voting/


Es war dieses Foto von einem Weißwurstessen in unserem Büro das mich gestern zum Nachdenken gebracht hat. Ich veröffentliche es auf Facebook und plötzlich kommentieren da nicht mehr alle "Mh. Weißwurstfrühstück!" wie früher - nein, plötzlich wird das Bier zum Politikum ... Ist es alkoholfrei oder nicht, ist das Etikett weggedreht oder nicht, ist es im passenden Glas eingeschenkt? Es dämmert mir schön langsam - aus Spaß wird Ernst. Und ich frage mich: 

Wird unsere Freundschaft beobachtet?  

Mein Verhältnis zum Bier war immer unverkrampft. Wir kannten uns seit frühester Kindheit an, denn ich bin in einem Brauereidorf aufgewachsen. Als Kind durfte ich hin und wieder an einem Radler nippen und es hat mir geschmeckt. Auch in der Jugend ging der erste Kontakt zum Alkohol über Bier. Nur am Ende der Pubertät ist der Kontakt zwischen dem Bier und mir mal ein oder zwei Jahre abgerissen - man hatte sich kurz aus den Augen verloren. 

Inzwischen begleitet mich das Bier gerne mal zum Essen - gerade das Dunkle. Ich habe das Bier auf Reisen neu kennengelernt und zuhause bei Kartenrunden geschätzt. 

Seit ich nun unter den letzten 7 zur Wahl der Bayerischen Bierkönigin 2013 bin hat sich das Verhältnis zwischen dem Bier und mir eigentlich auch nicht geändert. Wir wissen einfach, was wir von einander zu erwarten haben. Nur ist nun meine Freundschaft zum Bier plötzlich öffentlich. 

Ich frage mich - Gefährdet das öffentliche Interesse unsere gewachsene und gesunde Beziehung? Das Bier weiß, dass es bei mir auch mal alkoholfrei anklopfen kann. Es weiß, dass es in kein bestimmtes Glas abgefüllt werden muss, um vor mir zu bestehen. Wie in dem Nirvana Lied "Come as you are" kann das Bier einfach nur bei mir vorbeikommen. Und selbst, wenn ich mich mal ein paar Wochen beim Bier nicht melde, es in der Speisekammer stehen lasse, weil ich mich basisch ernähre - oder Alkohol faste, dann weiß das Bier trotzdem, dass es in mir immer eine Freundin hat. 

Es kommt eben auf die inneren Werte an. Ich schätze das Bier, wenn es bayerisch ist, handwerklich gut gebraut und süffig. Ich schätze am Bier, wenn ich am nächsten Tag nicht bereue, dass ich es getroffen habe. Doch ich weiß auch, dass es auch in anderen Ländern gute Biere mit schönen inneren Werten gibt. Nur meine erste Liebe war eben das Bayerische Bier. 

Und selbst, wenn mir das Bier ab und zu Kopfschmerzen bereitet oder mir nicht schmeckt - ich weiß, dass der Tag kommt, an dem wir uns wieder verstehen. 

Angst, dass wir uns zu oft sehen, wenn ich Bierkönigin werde, habe ich auch nicht. Das Bier und ich - wir wissen, wie viel Kontakt für unsere Freundschaft gut ist.

Wenn ich mir es so überlege, dann werde ich wohl auch weiterhin alkoholfreie Biere mit ebenso viel Freude trinken wie ein Dunkles. Ob ich nun Bierkönigin werde oder nicht. Freundschaft braucht keine Titel. 


Servus, die Eva


Gute Freunde klopfen oft ganz unverhofft an: Eine Kiste bestes Bayerisches Bier kam neulich mit der Post - eine Gabe von Biershop Bayern - bierundbier.de




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